Die Vorstellung von einem körperlosen Geist scheint auch für die besondere Weise verantwortlich zu sein, in der die westliche Medizin sich der Untersuchung und Behandlung von Krankheiten zugewandt hat.
Die cartesianische Spaltung zieht sich durch die Forschung und Praxis. Infolgedessen werden die psychischen Folgen von Erkrankungen des Körpers im eigentlichen Sinne, den sogenannten echten Krankheiten, gewöhnlich außer acht gelassen und nur in zweiter Linie berücksichtigt.
Noch stärkere Vernachlässigung erfährt der umgekehrte Fall, die körperlichen Auswirkungen psychischer Konflikte.
Ein interessanter Gedanke: Möglicherweise ist Descartes mitverantwortlich für den Weg, den die Medizin eingeschlagen hat, der von Hippokrates bis zur Renaissance vorherrschend war.
Wie ärgerlich wäre Aristoteles wohl auf Descartes gewesen, hätte er ihn gekannt.