Empörend. Was für einen schrecklichen Fehler hat die Evolution begangen, als sie das Bewusstsein im vergänglichen Teil der Kreatur entstehen ließ. Zur Zeit des Entstehens belanglos, eine bloße Kontroll- und Entscheidungsinstanz über die gegebenenfalls widerstreitenden Sinnesdaten und Programme. Es musste belanglos, also kaum von arterhaltender Bedeutung gewesen sein, auch diese Instanz vergehen zu lassen; Platz zu schaffen für neue Chancen neuer Kreaturen. Freilich wusste ich, noch aus Bertalanffys Zeit, dass alle Erungenschaften der Evolution mit bösen Kompromissen erkauft war.
Mit der Vielzelligkeit war der Tod in die Welt gekommen, mit dem Nervensystem der Schmerz und mit dem Bewusstsein die Angst; und, so konnte man wohl ergänzen: mit dem Besitz die Sorge. Sorge, Angst, Schmerz Tod hätte diese Entwicklung vermeiden können, wäre es nicht auf Wiedergeburt, Lust, Freude und Glück angekommen. Könnte das Bewusstsein wie das Erbgut weitergegeben werden, es bliebe nur ein somatischer Tod; nicht dramatischer als das Schneiden der Haare. Denn was wir betrauern, ist nicht eine Physis, die vergeht, vielmehr das Unwiederholbare einer Psyche. Kurzum, man sieht mich ratlos.