line
Homepage Alexander Schatten - Citations from Various Sources Vienna University of Technology Faculty for Informatics Institute for Software Technology and Interactive Systems
Home
Contact/CV
Information/Tutorials
Lehre/Forschung
Main Interests
Software
Publications
Images
> Home > Information / Tutorials > All Citations Printer Friendly
line

Citations from Various Sources

Overview

Stay updated by using this Atom Feed!

Vielleicht interessiert Sie auch mein BLOG: (an)sichten. In diesem setzte ich mich auch mit der hier zitierten Literatur auseinander und entwickle Ideen, die ich für diskussionswürdig halte.

german citations

  1. Allen, Woody: " Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende. ..."
  2. Einstein, Albert: " Es ist schwieriger, eine vorgefaßte Meinung zu zertrümmern al..."
  3. Faraday, Michael: " ... Als Faraday gefragt wird, was der Nutzen seiner Erfindung..."
  4. Galilei, Galileo: " Das Buch der Natur kann man nur verstehen, wenn man vorher di..."
  5. Gide, André: " Das ist das Eigentümliche an der Liebe, daß sie unaufhörlich ..."
  6. Heller, Andre: " Wer das Denken nicht attakieren kann, attakiert den Denkenden..."
  7. Hobbes, Thomas: " Homo homini lupus ..."
  8. Humboldt, Wilhelm: " Sobald der Untertan den Gesetzen gehorcht un..."
  9. Jaspers, Karl: " Das Unheil menschlicher Existenz beginnt, wenn das wissenscha..."
  10. Kant, Immanuel: " Wer einmal Kritik gekostet hat, den ekelt auf immer alles dog..."
  11. Nelson, Ted: " Ich war in den Vereinigten Staaten bei Rockk..."
  12. Nestroy, Johann: " Überhaupt hat der Fortschritt das an sich, daß er viel größer..."
  13. Russel, Bertrand: " Man stelle sich einen Menschen vor, der alles Schöne liebt, d..."
  14. Sartre, Jean Paul: " Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde..."
  15. Schramm, Georg: " Das Wort ist am Ende, aber es ist kein helde..."
  16. Schramm, Georg: " Interessensverbände machen die Politik. Die ..."
  17. Schwanitz, Dietrich: " Was so für die Wahrheit gehalten wird ist No..."
  18. Singh, Simon: " Schlage einem Engländer irgendeinen Grundsat..."
  19. Tucholsky, Kurt: " Kluge Leute können sich dumm stellen. Das Gegenteil ist schwi..."
  20. Watzlawick, Paul: " Albert Einstein: "Es ist unmöglich nur beoba..."
  21. Wilde, Oscar: " Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund h..."
  22. Group : "Robert Levine, Eine Landkarte der Zeit"
  23. Group : "Fritjof Capra, Das Tao der Physik"
  24. Group : "Rudolf Carnap, Hans Hahn, Otto Neurath: Wissenschaftliche Weltauffassung, Der Wiener Kreis"
  25. Group : "Antonio Damasio, Descates' Irrtum"
  26. Group : "Friedrich Dürrenmatt: Gedankenfugen"
  27. Group : "Volker Spierling: Kleine Geschichte der Philosophie"
  28. Group : "Stefan Klein: Alles Zufall"
  29. Group : "Konrad Paul Liessmann, Theorie der Unbildung"
  30. Group : "Maturana & Varela: Der Baum der Erkenntnis"
  31. Group : "K. C. Cole: Das Universum in der Teetasse."
  32. Group : "Hilary Putnam: Vernunft, Wahrheit und Geschichte"
  33. Group : "Rupert Riedl: Evolution und Erkenntnis"
  34. Group : "Rupert Riedl, Neugierde und Staunen"
  35. Group : "Hirnforschung und Willensfreiheit"
  36. Group : "Alan Sokal: Eleganter Unsinn"
  37. Group : "Ludwig Wittgenstein: Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung"

english citations

  1. Adams, Douglas: " Man had always assumed that he was more intelligent than dolp..."
  2. Byous, Jon: " If Necessity Is the Mother of Invention, Frustration Is Its F..."
  3. Chomsky, Noam: " The United States happens to be an extremely fundamentalist c..."
  4. Dawkins, Richard: " In a universe of blind physical forces and genetic replicatio..."
  5. Dawkins, Richard: " The river of my title is a river of DNA, and it flows through..."
  6. Dawkins, Richard: " [...] modern theists might acknowledge that,..."
  7. Dostoevski, Fjodor: " Beyond the grave they will find nothing but ..."
  8. Einstein, Albert: " Everything should be made as simple as possible, but not sim..."
  9. Einstein, Albert: " When you are courting a nice girl an hour seems like a second..."
  10. Epicurus, : " Death is nothing to us, since when we are, death has not come..."
  11. Feynman, Richard: " I think that I can safely say that nobody understands quantum..."
  12. Feynman, Richard: " We have a habit in writing articles published in scientific j..."
  13. Flatow, Ira: " There is one thing I have discovered: You ca..."
  14. Holmes, Sherlock: " When one tries to raise above Nature one is liab..."
  15. Huxley, Aldous: " It is a little embarrassing that, after 45 years of research ..."
  16. Jagger, Mick: " You see, passion has a funny way// ..."
  17. Kierkegaard, Soren: " Life must be lived forward, but can only be understood backwa..."
  18. Krall, Diana: " I walked through halls of reputation//Among the infamous too ..."
  19. Lincoln, Abraham: " You can fool all the people some of the time..."
  20. Marx, Karl: " It is not the consciousness of men that determines their exis..."
  21. North Whitehead, Alfred: " The defense of morals is the battle-cry which best rallies st..."
  22. North Whitehead, Alfred: " What is morality in any given time or place? It is what the m..."
  23. Ottman, John: " People ask me: "How do you watch your process?" ..."
  24. Pascal, Blaise: " Men never do evil so completely and cheerfully as when they d..."
  25. Popper, Karl Raimund: " Science may be described as the art of systematic over-simpli..."
  26. Russel, Bertrand: " Aristotle maintained that women have fewer teeth than men; al..."
  27. Russel, Bertrand: " I say quite deliberately that the Christian religion, as orga..."
  28. Russel, Bertrand: " If one man offers you democracy and another offers you a bag ..."
  29. Russel, Bertrand: " Many people would sooner die than think. In fact they do. ..."
  30. Russel, Bertrand: " One of the symptoms of an approaching nervous breakdown is th..."
  31. Russel, Bertrand: " One should respect public opinion in so far as is necessary t..."
  32. Sachs, Oliver: " Heaven is in the temporal lobe. ..."
  33. Sagan, Carl: " How is it that hardly any major religion has looked at scienc..."
  34. Saint-Exupéry, Antoine: " Perfection (in design) is achieved not when there is nothing ..."
  35. Schopenhauer, Arthur: " Every man takes the limits of his own field of vision for the..."
  36. Schopenhauer, Arthur: " Every miserable fool who has nothing at all of which he can b..."
  37. von Förster, Heinz: " Objektivität ist die Selbsttäuschung des Subjekt..."
  38. Watson, Thomas J.: " Would you like me to give you a formula for succ..."
  39. Wells, Orson: " In Italy for 30 years under the Borgias they had..."
  40. Group : "John D. Barrow: The Artful Universe"
  41. Group : "Susan Blackmore, The Meme Machine"
  42. Group : "Andy Clark, Being There"
  43. Group : "Richard Dawkins, The Blind Watchmaker"
  44. Group : "Daniel C. Dennett, Breaking the Spell"
  45. Group : "Malcolm Gladwell: blink"
  46. Group : "Daniel C. Dennett, Freedom Evolves"
  47. Group : "John D. Barrow: The Constants of Nature"

Citations in Detail

Friedrich Dürrenmatt

...Doch was in sich stimmt, braucht nicht an sich zu stimmen.

Friedrich Dürrenmatt, Gedankenfugen, Diogenes 1992


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Friedrich Dürrenmatt

Wie sich im Weltraum um Massen Systeme bilden, bilden sich im Menschenraum um Glaubensinhalte ähnliche und gegensätzliche Glaubessysteme, objektivierte subjektive Erkenntnisse: glaubhafte Götter.

Darum sind dann auch die Glaubenskämpfe die grausamsten. Je entschiedener wir unseren Glauben begründen - und was läßt sich nicht logisch begründen -, desto unerbittlicher muß der Zweifel unterdrückt werden, der jedem Glauben anhaftet, und indem der Zweifel unterdrückt wird, wächst der Anspruch des Glaubens ins Absolute, das keinen Widerspruch duldet, wird aber auch zur Tollkühnheit, zu einer fürchterlichen Sprengkraft.

"Fürchte dich nicht, glaube nur", der Zweifel wird zum Kleinmut degradiert.

Friedrich Dürrenmatt, Gedankenfugen, Diogenes 1992


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Friedrich Dürrenmatt

Das Gesetz begrenzt die Freiheit der Einzelnen, der Statt nennt die Begrenzung Gerechtigkeit. Der unauflösbare Gegensatz zwischen Freiheit und Gerechtigkeit liegt darin, daß die Freiheit ein ontologisch, die Gerechtigkeit ein konzeptionell metaphysischer Begriff ist. Der Einzelne fühlt die Freiheit und sollte die Gerechtigkeit begreifen, doch weil sein Begreifen schwächer ist als sein Fühlen, fühlt er die Gerechtigkeit als Ungerechtigkeit.

Der Einzelne neigt dazu, die Gerechtigkeit fühlen zu wollen, die doch nur eine Konzeption des Verstandes ist. Er drängt sich an die Macht, weil er sich nur dann im Recht fühlt, auch wenn er im Unrecht ist. Macht gibt Recht. Aber die Intention derer an der Macht decken sich selten mit der Gerechtigkeit, die vom Staat gefordert wird, darum neigen jene dazu, den Staat [sich] anzugleichen, statt sich dem Staat. Die Gerechtigkeit kommt abhanden.

Friedrich Dürrenmatt, Gedankenfugen, Diogenes 1992


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Ich verhielt mich so, als wartete ein Heer von Zwergen nur darauf, meine Einsicht in das Tagesproblem, zur Urteilsfindung von Gesellschaft und Politik zu übersetzen. Und nun stellt sich heraus: Dieses Heer gibt es nicht.

Ganz im Gegenteil erweist sich das kulturelle Getriebe als selbstimmunisierend gegen Kritik und Widerlegung. Es ist dem Lernen feind und wehrt sich in kollektiver Geschlossenheit gegen Umdeutung und Innovation.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Und auf noch eine Regel, einen angeborenen Lehrmeister unserer Vernunft, muß ich hier vorgreifen. Er suggeriert uns, unter allen konkurrierenden Lösungen eines Problems die einfachste als die richtige zu erachten. Und das in zunächst wieder rational unbelehrbarer Weise.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Die Selektion hat uns Anschauungsformen gemäß den Aufgaben in noch höchst einfachen Lebensbereichen eingebaut. Und mit Anschauungen von gestern unterwerfen wir uns eine Welt von morgen.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

An dieser Stelle war es mein Freund Bernhard Hassenstein, der mich auf eine wesentliche Übereinstimmung kritisch aufmerksam machte:.Die Ordnung, die ich in der Natur zu sehen meinte, entspricht unserer Denkordnung. Und die Möglichkeit war nicht von der Hand zu weisen, daß ich meine Denkordnung in die Natur projezierte, weil auch ich, in Ermangelung einer anderen, die Welt nicht anders denken konnte. [...]

Die Übereinstimmung zwischen Denk- und Naturordnung erwies sich als so groß, daß der Zufall als Erklärung nicht in Betracht kommen konnte. Eine mußte die Ursache der anderen sein. [...]

Nun aber war die Naturordnung aus sich selbst begründbar, die Denkordnung war das nicht. Man konnte, wie es schon Ernst Mach getan hatte, ein Prinzip der Denkökonomie ins Treffen führen. [...]

Die Denkordnung konnte ein Selektionsprodukt aus der Naturordnung sein. Dann galt sogar das Ökonomieprinzip in einer höheren Form. Das ökonomischste Verfahren, einer Welt von Erscheinungen möglichst viel zu entnehmen, mußte jenes sein, das dem Verfahren folgt, welches die Welt von Erscheinungen selbst gegliedert hat. Die Denkordnung war als ein Selektionsprodukt an der Naturordnung zu verstehen!

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Die Kausalität von Technokratie, Kapital, Ideologie und Lebensquantität begann ihr Regime über den Menschen. Und wir sind dabei, gerade die komplexesten Systeme zu mißverstehen, sie durch unsere exekutiven Eingriffe zu ruinieren; vornehmlich unsere eigene Umwelt.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Und nun ist unserer Zivilisationsgesellschaft unterlaufen zu glauben, daß die materialistischen Ursachenbezüge mit den idealistischen unvereinbar wären. Man beruft sich auf Glaubenssätze; und wenn es Glaubensdinge sind, kann über sie nicht mehr verhandelt werden. Unsere ganze Kultur ist, wie Snow nachwies, kulturell gespalten; sie ist schizophren. Und tüchtig, wie diese Erfolgszivilsationen sind, beginnt man diese Glaubenssätze schon mit Erziehung und Unterricht (Prägung und Indoktrinierung) ihren kommenden Geistern überzustülpen. Und bis in die höchsten Instanzen der akademischen sowie politischen Körperschaften immunisiert man sich (wie wir schon von Hans Albert und Thomas Kuhn wissen) gegen Kritik und Widerlegung; ja verfolgt die Abweichler mit sozialen oder politischen Strafen.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Aber noch einmal müssen wir uns eingestehen, daß wir sogar von einer Korrelation zwischen Schulerfolg und Lebenserfolg nichts wissen. Vielleicht ist sie sogar negativ korreliert.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Jay Forrester nennt es seine Grundthese [...], daß der menschliche Verstand nicht geeignet sei, menschliche Sozialsysteme zu verstehen. Ich nahm dies zuerst als eine Metapher. Heute nehme ich diese These nicht nur für bare Münze, heute kann nach den Ursachen des Dilemmas gefragt werden.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

"Es ist ein Skandal, daß die Philosophie die Realität dieser Welt nicht zu beweisen vermag." Ein stolzer Satz, nach zwei Jahrtausenden Philosophiegeschichte, niedergeschrieben von Immanuel Kant. Liegt das Unvermögen in unserer Vernunft oder in der Erfahrung? "Die meisten Sterblichen", so interpretiert Popper Parmenides, "haben nichts in ihrem irrenden Verstand, was nicht durch ihre irrenden Sinne hineingekommen wäre." "Also", sagten die Sophisten, "Erkenntnis kommt von den Sinnen" "Von jenen des Weisen", fragte Platon, "oder des Pavians? Erkenntnis also kommt von der Vernunft.", und Aristoteles formulierte ihre Gesetze. "Woher aber weißt du", fragte Pyrrhon, "ob der Weise weise ist?" "Also", sagte Epikur "zurück zu den Sophisten!" "Aber", fragten die Skeptiker, "was soll das nutzen?" Und als Pyrrhon starb, so referiert Durant, "weinten sein Schüler nicht, die ihn liebten, denn sie konnten nicht wissen ob er tot war." Also wäre nichts im Verstand, was nicht durch die irrenden Sinne hereingekommen wäre? "Gewiß", sagt Leibniz, "außer der Verstand selbst". Und so dreht sich der Kreis noch heute. Nur die Unversträglichkeit von Empirismus und Rationalismus sind uns geblieben. [...]

"Ist aber dann der Narr", fragt der verzweifelte Bertrand Russel, "der sich für ein Rührei hält, nur deshalb im Irrtum, weil er sich mit seiner Meinung in der Minderheit befindet?" Doch nicht minder sind die Weisen eine Minderheit. [...]

"Es ist der größte Skandal", sagt Karl Popper, "daß die Philosophen noch immer darüber streiten, ob diese Welt existiert, wärend um sie eine Welt - und nicht nur diese (nämlich mit ihr auch alle Philosohpehn) - zugrunde geht."

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Als Göbbels erfolgreich wurde, gründete England das "Institute for the Investigation of Propaganda". Und als das Institut auch die englischen Systeme zu untersuchen begann, wurde es wieder eingestellt.

Rupert Riedl, Evolution und Erkenntnis, Piper 1985


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Soren Kierkegaard

zitiert aus Volker Spierling, Kleine Geschichte der Philosophie

1836:"Ich komme jetzt eben aus einer Gesellschaft, wo ich die Seele war, die Witze strömten aus meinem Munde, alle lachten, alle bewunderten mich - aber ich, ja, der Gedankenstrich müßte genau so lang sein wie die Radien der Erde----------------------ging fort und wollte mich erschießen."

Volker Spierling, Kleine Geschichte der Philosophie, Piper 1996


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Soren Kierkegaard

Volker Spierling über Soren Kierkegaard

Der "abstrakte Denker" ist jemand, der sich in seinen Gedanken ein Schloß baut, ohne selbst darin zu wohnen, sodaß ihm nichts passieren kann, wenn es abbrennt. Anders der "existentielle" Denker. Er ist mit seinen Fragen durch ein leidenschaftliches Interesse verbunden. Er lebt sein Denken. Was seinem Denken widerfährt, widerfährt seiner Existenz und umgekehrt. Für ihn gibt es keine allgemeingültige Objektivität. Wahrheit ist subjektiv, d.h. sie steht in einem Verhältnis zu einem existierenden Subjekt. Stets ist es ein Existierender, der nach der Wahrheit fragt. "Alles wesentliche Erkennen betrifft die Existenz".

Volker Spierling, Kleine Geschichte der Philosophie, Piper 1996


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

 

"Popular Wisdom", cited out of "John D. Barrow, The Artful Universe"

Arguments against new ideas generally pass through three distinct stages, from 'It´s not true', to "Well, it may be true, but it´s not important', to 'It´s true and it´s important, but it´s not new-we knew it all allong.'

John D. Barrow, The Artful Universe


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

John D. Barrow

Citing Blaise Pascal about agnostics.

Beginning with the agnostic´s assumption that "if there is a God... we are incapable of knowing what He is, or whether He is," and "reason can settle nothing here a game is on", Pascal argued that the logical responseof the prudent person to his ignorance is to bet your life on God´s existence.

If one does, then there are two outcomes. If God exists, then belief brings an infinite reward, and unbelief an infinite loss; whereas, if God does not exist then unfounded belief costs at best nothing, and at worst, only a finite loss of time and effort.

On this basis, Pascal´s conclusion is that the agnostic should bet upon God´s existence.

The Artful Universe


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

John D. Barrow

The environment in which we have evolved goes deeper than the superficial world of other living things. It springs from the laws and constants of Nature that determine the very form and fabric of the Universe. The complexity of our minds and bodies is a reflection of the complexity of the cosmic environment in which we find ourselves. The nature of the Universe has imprinted itself upon us in ways that constrain our sensibilities in striking and unexpected ways.

John D. Barrow, The Artful Universe


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

John D. Barrow

While our own mental pictures of the world are more sophisticated than those of any other terrestrial life-form, they are non the less complete. Remarkably, they are complete enough to recognize, that they must be incomplete.

John D. Barrow, The Artful Universe


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Henry Brooks Adams

cited out of "John D. Barrow, The Artful Universe"

One friend in a lifetime is much; two are many; three are hardly possible. Friendship needs a certain parallelism of life, a community of thought, a rivalry of aim.


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Marvin Minsky

cited out of "John D. Barrow, The Artful Universe"

We are reluctant, with regard to music and art, to examine our sources of pleasure or strength. In part we fear success itself-we fear that understanding might spoil enjoyment. Rightly so: Art often loses power when its psychological roots are exposed..

John D. Barrow, The Artful Universe


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Einleitung

Was sich überhaupt sagen läßt, läßt sich klar sagen; und wovon man nicht reden kann, darüber muß man schweigen.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 3.3421

Eine besondere Bezeichnungsweise mag unwichtig sein, aber wichtig ist es immer, daß diese eine mögliche Bezeichnungsweise ist. Und so verhält es sich in der Philosophie überhaupt: Das Einzelne erweist sich immer wieder als unwichtig, aber die Möglichkeit jedes Einzelnen gibt uns einen Aufschluß über das Wesen der Welt.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 4.003 und 4.0031

Die meisten Sätze und Fragen, welche über philosophische Dinge geschrieben worden sind, sind nicht falsch, sondern unsinnig. Wir können daher Fragen dieser Art überhaupt nicht beantworten, sondern nur ihre Unsinnigkeit feststellen. Die meisten Fragen und Sätze der Philosophie beruhen darauf, daß wir unsere Sprachlogik nicht verstehen. [...] Und es ist nicht verwunderlich, daß die tiefsten Probleme eigentlich keine Probleme sind.

Alle Philosphie ist Sprachkritik. [...]

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 4.116

Alles was überhaupt gedacht werden kann, kann klar gedacht werden. Alles was sich aussprechen läßt, läßt sich klar aussprechen.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 5.1362

Die Willensfreiheit besteht darin, daß zukünftige Handlungen jetzt nicht gewußt werden können. Nur dann könnten wir sie wissen, wenn die Kausalität eine innere Notwendigkeit wäre, wie die des logischen Schlusses.-Der Zusammenhang von Wissen und Gewußtem, ist der der logischen Notwendigkeit.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 5.47321

Occams Devise ist natürlich keine willkürliche, oder durch ihren praktischen Erfolg gerechtfertigte Regel: sie besagt, daß unnötige Zeicheneinheiten nichts bedeuten. Zeichen die einen Zweck erfüllen sind logisch äquivalent, Zeichen, die keinen Zweck erfüllen, logisch bedeutungslos.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 5.552

Die "Erfahrung" die wir zum Verstehen der Logik brauchen, ist nicht die, daß sich etwas so und so verhält, sondern daß etwas ist: aber das ist eben keine Erfahrung. Die Logik ist vor jeder Erfahrung-das etwas so ist. Sie ist vor dem Wie, nicht vor dem Was.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 5.6, 5.61

Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

[...] Was wir nicht denken können, das können wir nicht denken; wir können also auch nicht sagen, was wir nicht denken können.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 5.641

Es gibt also wirklich einen Sinn, in welchem in der Philosophie nicht-psychologisch vom Ich die Rede sein kann. Das Ich tritt in die Philosophie dadurch ein, daß die "Welt meine Welt ist".

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.371

Der ganzen modernen Weltanschaung liegt die Täuschung zugrunde, daß die sogenannten Naturgesetze die Erklärung der Naturerscheinungen seien.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.41

Der Sinn der Welt muß außerhalb ihrer liegen. In der Welt ist alles, wie es ist und geschieht alles wie es geschieht; es gibt in ihr keinen Wert-und wenn es ihn gäbe, so hätte er keinen Wert. Wenn es einen Wert gibt, der Wert hat, so muß er außerhalb allen Geschehens und So-Seins liegen. Denn alles So-Sein ist zufällig. Was es nicht-zufällig macht, kann nicht in der Welt liegen; denn sonst wäre dies wieder zufällig.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.431-6.4312

Wie auch beim Tod die Welt sich nicht ändert, sondern aufhört.

Der Tod ist kein Ereignis des Lebens. Den Tod erlebt man nicht. Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt. Unser Leben ist ebenso endlos, wie unser Gesichtsfeld grenzenlos ist.

Die zeitliche Unsterblichkeit der Seele des Menschen, das heißt also ihr ewiges Fortleben nach dem Tode, ist nicht nur auf keine Weise verbürgt, sondern vor allem leistet diese Annahme gar nicht das, was man immer mit ihr erreichen wollte. Wird denn dadurch ein Rätsel gelöst, daß ich ewig fortlebe? Ist denn dieses ewige Leben dann nicht ebenso rätselhaft wie das gegenwärtige? Die Lösung des Rätsels des Lebens in Raum und Zeit liegt außerhalb von Raum und Zeit.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.432

Wie die Welt ist, ist für das Höhere vollkommen gleichgültig. Gott offenbart sich nicht in der Welt.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.44

Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Ludwig Wittgenstein

Paragraph 6.52

Wir fühlen, daß selbst, wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind, unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt sind. Freilich bleibt dann eben keine Frage mehr; und eben dies ist die Antwort.

Tractatus logico-philosophicus; Logisch-philosophische Abhandlung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

Es gibt keinen Gottesgesichtspunkt, den wir kennen oder uns mit Nutzen vorstellen könnten, sondern nur die verschiedenen Gesichtspunkte tatsächlicher Personen, die verschiedene Interessen und Zwecke erkennen lassen, denen ihre Beschreibungen und Theorien dienlich sind.

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

Hilary Putnam über Kants Vorstellungen der Dinge-an-sich.

Gar nichts, was wir über einen Gegenstand sagen, beschreibt ihn so, wie er "an sich" ist, unabhängig von seiner Wirkung auf uns, auf Wesen unserer Rationalität und unserer biologischen Konstitution. Es folgt auch, daß wir keine Ähnlichkeit annehmen können zwischen unserer Vorstellung von einem Gegenstand und der jeweiligen geistesunabhängigen Realität von der sich unsere Erfahrung des Gegenstands in letzter Instanz beschreiben mag. Unsere Vorstellungen der Gegenstände sind keine Abbilder geistesunabhängiger Dinge.

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

Die naivste Vorstellung der interaktionistischen Auffassung begreift den Geist als eine Art von Gespenst, das in verschiedenen Körpern hausen kann (doch ohne Veränderung seiner Art zu denken, zu fühlen, sich zu erinnern und seine Persönlichkeit darzustellen, um nach der Flut populärer Bücher über Reinkarnation und "die Erinnerung an ein früheres Leben" zu urteilen) oder das sogar ohne einen Körper zu existieren vermag (und weiterhin denkt, fühlt, sich erinnert und Persönlichkeit darstellt). Diese Version, die kaum mehr ist als ein Aberglaube, ist dem Einwand ausgesetzt, daß es eine enorme Menge von Belegen gibt (die zum Teil schon im siebzehnten Jahrhundert bekannt waren), wonach die Funktionen des Denkens, Fühlens und Erinnerns wesentlich vom Gehirn abhängen. Ja bei dieser Version ist nicht einmal klar, weshalb wir überhaupt komplizierte Gehirne haben sollten. Wenn nichts weiter nötig ist als ein "Steuerrad", so könnte es viel kleiner sein, als das menschliche Gehirn.

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

[...] Ich behaupte nicht, daß die Vereinigten Staaten denselben funktionalen Aufbau besitzen wie der Homo Sapiens. Den besitzen sie offensichtlich nicht. Es gibt jedoch viele Ähnlichkeiten: Die Vereinigten Staaten haben Verteidigungsorgane. Sie haben Organe zur Nahrungsaufnahme und fressen Öl, Kupfer usw. Sie produzieren ungeheure Mengen von Exkrementen (Umweltverschmutzung). Sind sie etwa in ihrem funktionalen Aufbau einem Säugetier nicht ebenso ähnlich wie eine sich windende Fliege, der wir ja tatsächlich Schmerzen zuschreiben?

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

[...] Die Wahrheit ihrerseits empfängt ihr Leben von unseren Kriterien rationaler Akzeptierbarkeit, und diese sind es, die wir in Augenschein nehmen müssen, wenn wir die Werte entdecken wollen, die wirklich in der Wissenschaft enthalten sind.

[...]Tatsache ist: Wenn wir uns das Ideal rationaler Akzeptierbarkeit anschauen, wie es sich durch die Betrachtung der Theorien offenbart, deren Akzeptierung von Wissenschaftlern und gewöhnlichen Menschen für rational gehalten wird, so erkennen wir, daß es uns in der Wissenschaft um den Versuch geht, eine Repräsentation der Welt zu konstruieren, die die Kennzeichen der instrumentellen Leistungsfähigkeit, der Kohärenz, der Komplettheit und der funktionalen Einfachkeit besitzt.

[...]Schematisch und zu knapp formuliert, besagt meine These, daß die Theorie der Wahrheit die Theorie der Rationalität voraussetzt, die wiederum unsere Theorie des Guten zur Voraussetzung hat.

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hilary Putnam

[...]Das Argument des Ethnologen läuft auf folgendes hinaus: Andere Kulturen sind nicht objektiv schlechter als unsere eigene (weil es nach seiner Ansicht so etwas wie objektiv Besser und Schlechter nicht gibt); deshalb sind sie ebensogut wie unsere; deshalb ist es falsch sie zu vernichten.

Dieses Argument ist äquivok. Die Konklusion verlangt, daß "ebenso gut wie" bedeutet: objektiv ebenso gut wie (zumindest nach unserem Verständnis); doch aus der Nichtexistenz objektiver Werte kann nicht folgen, daß alles (im erforderlichen Sinne) "ebenso gut" ist wie alles andere, sondern vielmehr, daß es so etwas wie "ebenso gut wie" nicht gibt. Wenn Werte wirklich willkürlich wären, warum sollten wir dann nicht alle Kulturen vernichten, deren Vernichtung uns Spaß macht?

Glücklicherweise gibt es bessere Gründe für die Kritik des Kulturimperialismus als die Leugnung objektiver Werte.[...]

Hilary Putnam (2000), Vernunft, Wahrheit und Geschichte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

 Augustinus

aus: Robert Levine, Eine Landkarte der Zeit, Piper

Was also ist die Zeit? Wenn mich jemand fragt, weiß ich es. Wenn ich es jemandem erklären will, der fragt, weiß ich es nicht.

Bekenntenisse, Buch II, Kapitel 14


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Robert Levine

Die Kapauku auf Papua sind davon überzeugt, daß es nicht gut ist, auf zwei hintereinanderfolgenden Tagen zu arbeiten.

Robert Levine, Eine Landkarte der Zeit, Piper


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Robert Levine

Seelisches Wohlbefinden wird, glaube ich, durch die Zeit vermittelt, wie körperlicher Schmerz oder physisches Wohlgefühl durch die Leitbahnen unserer Nerven übertragen werden. Wenn die Zeit sich verknappt und drängt, dann wird das Wohlbefinden erstickt, wenn sie sicht dehnt bis zur Ziellosigkeit, verblaßt das Selbst zu affektloser Schlaffheit. Wohlbefinden ist in der mittleren Zeit zuhause, die weder allzusehr drängt noch allzu langsam dahinfließt.

Robert Levine, Eine Landkarte der Zeit, Piper


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Alfred A. Bartlett

Die größte Schwäche von uns Menschen ist unsere Unfähigkeite, die Exponentialfunktion wirklich zu verstehen.

K. C. Cole, Das Universum in der Teetasse. Von der alltäglichen Magie der Mathematik. AtV, 2. Aufl. 2002


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

David Hilbert

Kritisiert die Tatsache, daß die hervorragende Mathematikerin Emmy Noether nicht als Dozentin der philosophischen Fakultät in Göttingen aufgenommen wurde.

Ich kann nicht begreifen, daß das Geschlecht der Kandidatin ein Argument gegen ihre Berufung als Privatdozentin sein soll. Schließlich sind wir eine Universität und keine Badeanstalt.

K. C. Cole, Das Universum in der Teetasse. Von der alltäglichen Magie der Mathematik. AtV, 2. Aufl. 2002


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Alfred North-Whitehead

Das Allgemeine im Besonderen und das Dauerhafte im Vergänglichen zu sehen, das ist das Ziel allen wissennschaftlichen Denkens..

K. C. Cole, Das Universum in der Teetasse. Von der alltäglichen Magie der Mathematik. AtV, 2. Aufl. 2002


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Frank Oppenheimer

Mit dem Verstehen ist es so ähnlich wie mit dem Sex. Die Sache hat einen praktischen Zweck, aber deswegen machen es die Leute eigentlich nicht.

K. C. Cole, Das Universum in der Teetasse. Von der alltäglichen Magie der Mathematik. AtV, 2. Aufl. 2002


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

John D. Barrow

Even Planck has been influenced by these views. As a student in 1875 he recalled that his tutor advised him to work in biology because all the important problems of physics were solved and the subject was fast approaching completeness.

John D. Barrow, The Constants of Nature, Random House Inc. (2002)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Norman Packard

cited from "John D. Barrow, The Constants of Nature"

A physicist is a matematician with a feeling of reality.

John D. Barrow, The Constants of Nature, Random House Inc. (2002)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Max Planck

cited from "John D. Barrow, The Constants of Nature"

Science cannot solve the ultimate mystery of nature. And that is because, in the last analysis, we ourselves are part of the mystery that we are trying to solve.

K. Wilber, Quantum Questions: Mystical Writings of the World's Great Physicists, New Science Library, Boston (1985)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Oscar Wilde

cited from "John D. Barrow, The Constants of Nature"

The old believe everything: the middle aged suspect everything: the young know everything.

Phrases and Philosophies for the Use of the Young, Oscar Wilde (1894)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rudolf Carnap

Der Metaphysiker und der Theologe glauben, sich selbst mißverstehend, mit ihren Sätzen etwas auszusagen, einen Sachverhalt darzustellen. Die Analyse zeigt jedoch, daß diese Sätze nichts besagen, sondern nur Ausdruck etwa eines Lebensgefühls sind. Ein solches zum Ausdruck zu bringen, kann sicherlich eine bedeutsame Aufgabe im Leben sein. Aber das adäquate Ausdrucksmittel hierfür ist die Kunst, zum Beispiel Lyrik oder Musik. Wird statt dessen das sprachliche Gewand einer Theorie gewählt, so liegt darin eine Gefahr: Es wird theoretischer Gehalt vorgetäuscht, wo keiner besteht.

Rudolf Carnap, Hans Hahn, Otto Neurath: Wissenschaftliche Weltauffassung, Der Wiener Kreis; Veröffentlichung des Vereins Ernst Mach, Artur Wolf Verlag, Wien 1929; Moritz Schlick gewidmet


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rudolf Carnap

Dem Suchenden sind alle Mittel erlaubt; das Gefundene aber muß der Nachprüfung standhalten.

Rudolf Carnap, Hans Hahn, Otto Neurath: Wissenschaftliche Weltauffassung, Der Wiener Kreis; Veröffentlichung des Vereins Ernst Mach, Artur Wolf Verlag, Wien 1929; Moritz Schlick gewidmet


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rudolf Carnap

Es gibt keine Philosophie als Grund- oder Universalwissenschaft neben oder über den verschiedenen Gebieten der einen Erfahrungswissenschaft; es gibt keinen Weg zu inhaltlicher Erkenntnis neben der Erfahrung; es gibt kein Reich der Ideen, das über oder jenseits der Erfahrung stünde.

Rudolf Carnap, Hans Hahn, Otto Neurath: Wissenschaftliche Weltauffassung, Der Wiener Kreis; Veröffentlichung des Vereins Ernst Mach, Artur Wolf Verlag, Wien 1929; Moritz Schlick gewidmet


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rudolf Carnap

Die wissenschaftliche Weltauffassung dient dem Leben und das Leben nimmt sie auf.

Rudolf Carnap, Hans Hahn, Otto Neurath: Wissenschaftliche Weltauffassung, Der Wiener Kreis; Veröffentlichung des Vereins Ernst Mach, Artur Wolf Verlag, Wien 1929; Moritz Schlick gewidmet


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Reinhard Brandt

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Wer die Freiheit verteidigt, endet sowieso meist kleinlaut mit dem Satz: "Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit" (man lese Chrysipp, Spinoza, Fichte)

Reinhard Brandt, Ick bün all da. Ein neuronales Erregungsmuster


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Holk Cruse

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Was wir erleben ist also das Ergebnis einer Konstruktion. [...] Man kann Menschen in bestimmten Gehirnbereichen, im sogenannten Thalamus, künstlich so reizen, daß sie einen Finger bewegen. Befragt danach, ob sie diese Bewegung geplant und gewollt haben, verneinen sie dies erwartungsgemäß. Man kann in einem weiteren Experiment die Fingerbewegung auch durch Reizung in einem anderen Gehirnbereich, dem motorischen Kortex, auslösen. In diesem Experiment behaupten die Versuchspersonen erstaunlicherweise, daß sie die Bewegung willentlich durchgeführt hätten. Hier liegt also das Erleben einer freien Entscheidung vor, die aber in diesem Fall nachweislich von außen ausgelöst wurde.

[...]

Vielmehr sollte uns die Erkenntnis-mitunter als die vierte kopernikanische Wende bezeichnet-, daß unser Erleben, also wir selbst, das Konstrukt eines physikalischen Systems ist, zugleich Bescheidenheit und Erstaunen lehren.

Holk Cruse, Ich bin mein Gehirn. Nichts spricht gegen den materialistischen Monismus


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Johannes Fried

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

So stellt auch das bisherige Wissen der Geschichtswissenschaft [...] eine eigentümlich verworrene, unkritische Mixtur aus Geschehenem, Geglaubten, irrtümlich Erinnertem und gutwillig Kolportiertem, eben von Wahr und Falsch dar, die gegenwärtig niemand zu durchschauen vermag.

[...]

Das menschliche Gedächtnis liefert keine gesicherten Daten für die selbst erlebte Vergangenheit, obgleich wir Menschen auf seine Erinnerungskünste angewiesen sind. Es erinnert sich-aber unzuverlässig. Es stellt Zusammenhänge her-aber unter Ausschaltung von Fakten [...] Es bietet keine wahre Geschichte, sondern ein im Augenblick des Erinnerns mögliches oder nützliches Konstrukt, einen gerade und nur "jetzt" aktuellen Sinn.

[...]

Die Tests offenbaren endlich, daß die Intensität einer detailreichen episodischen Erinnerung verblaßt und diese in ein generalisierendes, nur eine allgemeine Bedeutung bewahrendes semantisches Erinnern übergeht, das sogar völlig auf die Memoration des auslösenden Geschehens verzichten, ja, sich an ein ganz anderes anbinden kann.

[...]

[...] das Gewißheitssyndrom [...] Erinnerung wird sich aus sich heraus ihres Falschseins oder des Grades ihrer Verfälschung nicht bewußt; sie kann sich nicht selbst kontrollieren. Sie ist sich in der Regel ihrer Sache sicher. Ohne eine unabhängige Kontrollmöglichkeit wäre die Fehlerhaftigkeit des Erinnerten nicht zu erkennen.

Johannes Fried, Geschichte und Gehirn. Irritationen der Geschichtswissenschaft durch Gedächtniskritik


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Hans-Ludwig Kröber

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Keiner behauptet, daß wir uns in dem Sinne frei entscheiden können, daß wir beliebig, sozusagen zufällig und stets überraschend, entscheiden. Das wären schreckliche Menschen, deren Entscheidungen unvorhersehbar rein willkürlich und also gegen alle Erwartungen fallen würden. Wir können und möchten Entscheidungen immer nur in einem bestimmten vorgegebenen Rahmen von Möglichkeiten treffen.

Hans-Ludwig Kröber, Der Begriff strafrechtlicher Verantwortung


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Helmut Mayer

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Daß ich den Drang verspüre zu gähnen, macht mein Gähnen nicht zur willentlichen Handlung. So wie jede Handlung, die man sich verursacht denkt durch einen gefühlten Wunsch, Drang etc. gerade nicht als willentlich angesehen wird. Was nur darauf hinweist, daß Gründe zu handeln und kausale Ursachen eben zweierlei sind. Macht man sich dieses tiefgreifende Mißverständnis klar, gewinnt Libets Experiment fast schon eine absurde Note.

[...]

Bizarre Rahmenbedingungen bringen bizzarre Phänomene zum Vorschein.

Helmut Mayer, Ach, das Gehirn. Über einige neue neurowissenschaftliche Publikationen


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Gerhard Roth

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

[...] Hinzu kommt, daß wir uns bei der Rechtfertigung eigener Handlungen systematisch täuschen können, und auch diese Täuschung läßt sich experimentell nachweisen. Wir Menschen stehen in einem Erklärungs- und Legitimationszwang unseres Handelns, der uns bereits in der frühen Kindheit vermittelt wird und der je nach soziokulturellem Kontext verschieden ausfällt. Wir lernen, wie wir möglichst plausibel unsere Handlungsweisen erklären, und diese Erklärungen müssen nicht mit den tatsächlichen Motiven oder Ursachen unseres Handelns identisch sein (und sind es häufig auch nicht).

Gerhard Roth, Wir sind determiniert. Die Hirnforschung befreit von Illusionen


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Wolf Singer

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Unser Sinnessyteme sind zwar hervorragend angepasst um aus wenigen Daten sehr schnell die verhaltensrelevanten Bedingungen zu erfassen, aber sie legen dabei keinen Wert auf Vollständigkeit und Objektivität.

Wolf Singer, Verschaltungen legen uns fest: Wir sollten aufhören von Freiheit zu sprechen.


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Bettina Walde

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Wenn Ihre Entscheidungen neue Kausalketten in Gang setzen, unter exakt gleichen Bedingungen aber auch anders hätten ausfallen können, dann sind sie de facto nicht weit von einem Zufallsereignis entfernt. Denn eine Entscheidung kann dann ja ganz offensichtlich nicht durch frühere Intentionen und Überzeugungen bestimmt sein. Aber Zufall ist gerade nicht, was wir mit "Freiheit" meinen.

Bettina Walde, Ein Fingerschnipsen ist noch keine Partnerwahl. Ein Gespräch


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Lutz Wingert

in: Hirnforschung und Willensfreiheit, Christian Geyer (Hsg), edition suhrkamp (2004)

Folgt man einer deterministischen Auffassung, dann entpuppen wir uns keineswegs als Marionetten. Mit ihr wird nicht bestritten, daß wir als hochentwickelte Lebewesen eine gewisse, freilich Kant ferne, natürliche Autonomie besitzen: Unser Verhalten ist nicht stets reflexhaft, und es ist nicht durchweg stimulusgebunden. Vielmehr wird es von endogenen Prozessen des Organismus gesteuert, die kognitive und bewertende Funktionen erfüllen.

Lutz Wingert, Gründe zählen. Über einige Schwierigkeiten des Bionaturalismus


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Rupert Riedl über seine Studienjahre und sein Zusammentreffen mit Konrad Lorenz

Das Triebmodell, das er aufzeichnete, hatte Ähnlichkeiten mit einer Klospühlung. War der Kasten voll, bedurfte es nur eines Auslösers under der ganze Inhalt stürzt heraus. Das war einleuchtend.

Rupert Riedl, Neugierde und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Rupert Riedl über seine Studienjahre und seine Philosophie-Vorlesungen

Es war Stromstörung, Kerzen brannten am Katheder und ich kam gerade zurecht, wie der hagere Mann, Statur wie der erwähnte Professor Lidenbrock, die Hände in die Höhe warf und mit Emphase rief: "Wenn die einen rufen Entelchie ab Entelchiea, so rufen wir gerade Theorie [a] Theoria." Da staunte ich. Was man alles rufen konnte!

Rupert Riedl, Neugierde und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Über die wichtigsten Vertreter des radikalen Konstruktivismus

[...] eine amüsante Truppe. Das mag schon eine Anekdote beleuchten, die mir Francisco [Varela] erzählte: Als er sich bei Umberto [Maturana], seinem künftigen Lehrer vorstellte, wurde er gefragt, womit er sich forschend befassen wollte. Er erklärte: "Mit der Psyche des Universums". "Da sind Sie bei mir ganz richtig", hätte Umberto erwidert, "wir beginnen mit dem Auge des Frosches".

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Empörend. Was für einen schrecklichen Fehler hat die Evolution begangen, als sie das Bewusstsein im vergänglichen Teil der Kreatur entstehen ließ. Zur Zeit des Entstehens belanglos, eine bloße Kontroll- und Entscheidungsinstanz über die gegebenenfalls widerstreitenden Sinnesdaten und Programme. Es musste belanglos, also kaum von arterhaltender Bedeutung gewesen sein, auch diese Instanz vergehen zu lassen; Platz zu schaffen für neue Chancen neuer Kreaturen. Freilich wusste ich, noch aus Bertalanffys Zeit, dass alle Erungenschaften der Evolution mit bösen Kompromissen erkauft war.

Mit der Vielzelligkeit war der Tod in die Welt gekommen, mit dem Nervensystem der Schmerz und mit dem Bewusstsein die Angst; und, so konnte man wohl ergänzen: mit dem Besitz die Sorge. Sorge, Angst, Schmerz Tod hätte diese Entwicklung vermeiden können, wäre es nicht auf Wiedergeburt, Lust, Freude und Glück angekommen. Könnte das Bewusstsein wie das Erbgut weitergegeben werden, es bliebe nur ein somatischer Tod; nicht dramatischer als das Schneiden der Haare. Denn was wir betrauern, ist nicht eine Physis, die vergeht, vielmehr das Unwiederholbare einer Psyche. Kurzum, man sieht mich ratlos.

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Man kann freilich alle evolutiven Prozesse in Termini der Energie beschreiben, es muss aber gewiss falsch sein, zu glauben, dass das alles wäre. Im Organischen jedenfalls ist der Energiedurchzug eher eine notwendige Folge als die Ursache von Entwicklungen. Es kommt eher auf seine Optimierung an. Entscheidend ist der wachsende speicher passender Information.Welche Beziehung aber besteht zwischen Energie und Information? Im Grunde glaubte ich damals an ein Energie-Informations-Äquivalent.[...]

Wie aber wäre der steigende Speicher an Information oder genetischer Instruktion mit dem Strom an Energie zu vergleichen, der diese Prozesse begleitet? Entspricht der Instruktionsgehalt eines Bandes Physik dem der Atombombe, die man nach ihm herstellen kann, oder nur dem Heizwert des Papiers? Es geht also offenbar mehr um die Verwertbarkeit durch den Instruierenden.

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

"Bildung" spielt im Deutschen eine große Rolle. Wir nehmen sie als das verlässlichste Regulativ gegen jederart Humbug und Betrug, der bloß Ausbildung zum Hintergrund hat. Das Englische hat dafür keine Differenzierung: "education" scheint Bildung einzuschließen.

So wie sich eine Kultur ihre Sprache macht, bestimmt auch die Sprache die Kultur. Die Zugänge zu den Phänomenen dieser Welt müssen darum verschieden sein. Die Neigung der englisch sprechenden Welt zu tüchtigen, praktischen Absichten mag damit zusammenhängen. So stecken auch in Sprachen Anleitungen zu Paradigmen; und das Englische beginnt die übrigen zu verdrängen.

In welcher Form derlei auf die Entwicklung des Paradigmas der modernen Naturwissenschaften wirkt, ist nicht leicht zu sagen. Aber schon unsere Tendenz, englisch zu publizieren, um weltweit verstanden zu werden, wird seine Wirkung tun.

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Unter vieler einschlägiger Literatur war mir auch die berühmte 'REDE-Lecture' von Lord Snow untergekommen: The two Cultures. Im Wesentlichen sagt er, dass die Naturwissenschafter diese Welt recht unbedacht verändern, die Geisteswissenschafter dagegen außer Lamenti nichts beizutragen haben. Das war auch meine Ansicht.

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index

Stay updated by using this Atom Feed!

Rupert Riedl

Unser Ursachenkonzept simplifiziert die Welt in dreifacher Weise: Wir stellen uns lineare Zusammenhänge vor, reden von Ursache und Wirkung, als ob, wie im selbst gebastelten Experiment, ein erster Anfang einem folgenlosen Ende gegenüberstünde, und wir scheuen die Vorstellung rekursiver Kausalität, dass es im Grunde keine Wirkung gibt, die nicht letztlich auf die eigene Ursache zurückwirkt. [...] Tatsächlich haben alle Industrien über ein Jahrhundert Ursachenketten gerade gerichtet, Materialien ein- und Produkte ausgeworfen und nicht beachtet, wie das, was herauskommt, auf das wirkt, was hineingesteckt wird.

Und zuletzt ist auch unser Konzept von der Hierarchie der Zwecke in der komplexen Welt unangepasst, anthropozentrisch verdreht. Fragen wir einen, warum er Ziegel in ein Wäldchen karrt, wird er's auf sein Bauen, das nächste Obersystem zurückführen, den Zweck des Bauens auf seine Bedürfnisse, seinen eigenen Zweck noch bestenfalls auf Wertschöpfung; fragt man aber weiter nach den Zwecken seiner Gesellschaft und der Biosphäre, wird sich die Zweckvorstellung umkehren. Er wird annehmen, dass die Gesellschaft für seine Zwecke, die Biosphäre zum Zweck der Gesellschaft da wäre; wo er doch ganz offenbar, selbst ein Teil seiner Gesellschaft und der Biosphäre, für deren Erhaltungsbedingungen beizutragen hat. Ein Gutteil der Umweltproblematik geht auf solche Anthropozentrik zurück.

Rupert Riedl, Neugiede und Staunen, Seifert (2004)


to index